Das unbekanntere Nord-Sikkim

11 Tage

 

  1. Tag: Zu Fuessen des Himalaya

Heute fliegen wir nach Bagdogra. Die kleine Stadt im Nordosten Indiens erreichen wir am Mittag und machen uns gleich weiter ins ca. 32 Kilometer entfernte Darjeeling. Über eine Serpentinenstraße kommen wir am malerischen Dorf Kurseong vorbei.  In der winzigen aber geschäftigen Hügelstadt wird Tee angepflanzt. Wir nutzen die schöne Umgebung für eine Teepause, bevor wir weiter in Richtung Darjeeling  fahren. Endlich am Ziel: Verteilt über einen steilen Bergrücken, umgeben von smaragdgrünen Teeplantagen und an den Südhängen des Himalaya liegt die Stadt Darjeeling auf einer Hoehe von 2.042 m. Das kolonialle Erbe der Briten ist noch ueberall zu sehen und zu spueren. Die Stadt reflektiert ein Voelkergemisch aus Gorkhas, Butia und Lepchas, die hier harmonisch zusammenleben. Übernachtung in Darjeeling

 

  1. Tag: Volle Vielfalt im Land des Tees

 

Der frühe Vogel fängt den Wurm – in unserem Fall den Sonnenaufgang: Am frühen Morgen fahren wir zum Aussichtspunkt Tiger Hill, um das Erwachen der Sonne über dem dritthöchsten Berg Mt. Kanchenjunga (8586m) zu genießen.  Er ist einer der fantastischsten auf dieser Erde. Nach dem Frühstück geht es dann so richtig los: Nachdem wir eine Teeplantage aus der Nähe betrachtet haben, statten wir dem Tibetischen Selbsthilfe-Zentrum einen Besuch ab. Die dort lebenden Tibeter  produzieren handwerkliche Kunst. Im Mountaineering Institut erhalten wir eine Menge Informationen über den Himalaya und die Bergsteigerei. Auch der angrenzende Zoo ist interessant, denn hier erfahren wir mehr über die Fauna am Himalaya. Im Anschluss besuchen wir das Kloster Yigacholing in Ghoom. Es wurde im 19. Jahrhundert errichtet, gehört dem Gelupga-Orden an und hier werden alte Texte, die auf Birkenrinde geschrieben sind, aufbewahrt Nach dieser Menge an Information, ist es Zeit für Bewegung:  Eins der Highlights ist eine Fahrt mit dem Toy Train, einer Schmalspurbahn, für die noch heute die Dampflokomotiven der Anfangszeit genutzt werden. Mit dem  Zug fahren wir mit 10 km/h gemütlich von Ghoom zurück nach Darjeeling und koennen dabei das Leben neben den Gleisen beobachten.  Das Ende des Tages lassen wir mit einem abschließenden Bummel über die bunten Basare des lebendigen Städtchens ausklingen. Übernachtung in Darjeeling

 

  1. Tag: Auf entlegenen Spuren

Wir verabschieden uns von Darjeeling und setzen unsere Reise in Richtung Rinchenpong fort, einem idyllischen Ort auf 1.700 m Hoehe. Um die etwa 5-stündigen Fahrt etwas aufzulockern, machen wir einen Zwischenstopp in der  Kadosangphu Höhle. Sie wird auch  „die Höhle der geheimnisvollen Feen“ genannt und gilt als heilig. Sobald die Umgebung immer waldreicher wird, sind wir in Rinchenpong angelangt. Das auf 1700m gelegene Dorf ist ein idealer Rückzugsort für Menschen, die die natürliche Hügellandschaft schätzen. Rinchenpong ist vor allem für Trekking, einen herrlichen Blick auf die Berge der Kanchenjunga Ranch sowie verschiedene historische Kulturstätten wie das Rigsum Kloster bekannt. Den Rest des Tages geniessen wir das idyllische Dorf inmitten eines Waldes mit den traditionellen Häusern und alten britischen Wald Bungalows. Übernachtung in Rinchenpong in einer gemuetlichen Farmlodge 

 

  1. Tag: Zur einstigen königlichen Hauptstadt

Am Vormittag durchstreifen wir die wunderschöne Natur Rinchenpongs und erkunden dabei das Rinchenpong und Rigsum Kloster und besuchen das Lepcha Heritage House. Immer wieder ergeben sich dabei atemberaubende Blicke auf den Himalaya und die herrliche Landschaft ringsherum. Dann geht es weiter zum Ferienort Pelling. Auf der Fahrt kommen wir am Örtchen Dentam vorbei, das malerisch von Wäldern und Rhododendren umgeben ist.  Vogelbeobachter und Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Aber auch die Fahrtstrecke an sich wird uns immer wieder mit ihren Ausblicken auf die erhabenen Berge verzaubern.

Kurz bevor wir Pelling erreichen, passieren wir die Singshore Brücke. Sie ist mit ihren 198 m die höchste Hängebrücke von Sikkim und zweithöchste ihrer Art in Asien. Fünf Kilometer später haben wir das Tagesziel erreicht: den Ferienort Pelling. Erhaben auf einem Bergrücken gelegen, ermöglicht der Ort nicht nur einen beeindruckenden Blick auf den dritthöchsten Berg der Erde, dem Kanchenjunga, sondern besticht zudem durch die Schönheit der umgebenden Natur.

In unmittelbarer Nähe liegt das Kloster Pemayangtse, welches wir besuchen werden. Das buddhistische Kloster thront auf einer Höhe von 2085m, wurde 1705 von Lama Lhatsun Chempo gegründet und ist somit eines der ältesten und führenden Klöster Sikkims. Viele exotische Voegel sind hier ebenfalls zuhause. Wir schließen den Tag mit einem Besuch der Ruinen von Rabdentse ab, die die einstige königliche Hauptstadt Sikkims war, aber von der nepalesischen Armee zerstört wurde.  Der Aufstieg dauert  ca. 30 Minuten. Übernachtung in Pelling

 

  1. Tag: Spirituelle Erleuchtung

Frühsport! Wir starten den Tag mit der Besichtigung des Sangacholing Klosters, welches 1697 erbaut wurde. Der Name bedeutet „The island of esoteric teaching“ Der Aufstieg dauert 30 Minuten, aber ist es wert. Im Anschluss packen wir unsere Sachen und fahren weiter nach Martam. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir das vielleicht schönste Kloster Sikkims: Tashiding.. Der Aufstieg zum Kloster dauert ca. 30 Minuten, wobei wir fruchtbares Ackerland und traditionelle Bauernhöfe passieren. Gebetsfahnen zieren den Weg. Das Kloster wurde im Jahr 1641 erbaut und  ist das heiligste Kloster von Sikkim. Es wird angenommen, dass ein kurzer Blick auf die Chorten-Bauten genügt, um von allen Sünden frei gesprochen zu sein. In der Ferne kann man auf der einen Seite Ravangla (wo wir noch hinkommen)  sehen und auf der anderen Seite Rabdentse und Pelling. Ausserdem besuchen wir den Buddha Park von Ravangla, auch bekannt unter Tathagata Tsal in herrlicher Umgebung mit Blick auf die Berge und die Temi Tea Garden Plantage, die einen der feinsten Tees von Sikkim produziert.              Übernachtung in Martam

 

  1. Tag: Kultur und Natur im Einklang

Den vorletzten Tag unseres Indien-Aufenthaltes nutzen wir für einen Tagesausflug nach Gangtok, der Hauptstadt Sikkims. Die Stadt  erstreckt sich von den Ufern des Ranipul bis hinauf auf 2000m Höhe und hat sich noch viel von dem ursprünglichen Charme bewahrt. Von dem Zentrum fahren wir hinauf zur Klosteranlage des Dharma Chakra Centers, von dem aus die Lehren des Buddha in der ganzen Welt verbreitet werden. Weitere spirituelle Zentren und Anlaufpunkte dieses Tages sind die Do-drul Chorten Stupa, das Namgyal Institut für Tibetologie sowie das Enchey Kloster. Es ist ca. 200 Jahre alt und somit das älteste Kloster der Stadt und liegt auf einem Huegel oberhalb Gangtok. Es ist Sitz des tibetisch-buddhistischen Nyingma-Ordens und beherbergt eine große Sammlung religiöser Artefakte. Weiterhin steht der Besuch eines Zentrums für Handwerk, dem Directorate of Handicraft, auf dem Programm. Hier erhalten wir Einblicke in die Herstellung traditioneller Handwerkskunst. Vor allem Jugendliche der vorherrschenden Volksgruppen der Lepchas, Bhutias und Nepalesen sind in diesem staatlich geförderten Projekt tätig. Nach dem Kulturprogramm widmen wir uns noch der Natur: wir statten der lokalen „Bundesgartenschau“ einen Besuch ab.  Es erwartete uns eine erstaunliche Sammlung verschiedenster Blumen, vor allem Orchideen. Ein abschliessender Bummel entlang der Mahatma Ghandi Road, der wichtigsten Geschaeftsstrasse Gangtoks beschliesst den Tag. Rueckfahrt nach Martam. 

 

  1. Tag: Auf nach Nord Sikkim

Wir verlassen diese Gegend und begeben uns in den Norden Sikkims und erreichen in ca. 6 Stunden das Staedtchen Lachung, das auf 2.900 m Hoehe liegt und nahe der Grenze zu Tibet liegt. Lachung bedeutet „Kleiner Pass“ und der britisch Entdecker J.D. Hooker bezeichtet den Ort einst als das schoenste Dorf Sikkims. Lachung war ein ehemaliger Handelsposten zwischen Tibet und Sikkim. Auf unserem Weg dorthin liegen kleine Doerfer und grandiose Wasserfaelle, die in Kaskaden die Berghaenge herabstuerzen. Vor dem Abendessen besuchen wir noch das Lachung Kloster, das zur Nyigma Schule gehoert. Uebernachtung in Lachung

 

  1. Tag „The Valley of Flowers“

Der heutige Tagesauflug fuehrt uns ins Yumthang Tal, auch bekannt als das Tal der Blumen. Auf dem Weg liegt das Singba Rhododendron Sanctuary, wo im Fruehjahr eine Vielzahl von bluehenden Rhodendren in verschiedenen Farbschattierungen zu sehen sind. Das Yumthang Tal ist eine Hochweide umgeben von schneebedeckten Himalayabergen und liegt auf 3.564 m Hoehe. Ein Zufluss des Teesta schlaengelt sich durch das malerische Tal. Waehrend der Wintermonate ist es allerdings geschlossen. Bevor es nach Lachung zurueck geht, machen wir noch einen Abstecher nach Yumesamdong, auch „Zero Point“ genannt. Der Platz liegt auf 4.663 m Hoehe und ist die letzte Station vor der Grenze zu Tibet. Uebernachtung in Lachung

 

  1. Tag Rueckfahrt nach Gangtok

Nach dem Fruehstueck geht es wieder zurueck nach Gangtok. Unterwegs besuchen wir das Kloster Phodong, das zur Karmakagyu Sekte gehoert und aus dem 18. Jahrhundert stammt. Zum Kloster gehoeren ca. 260 Moenche die in kleinen Anbauten rund um das Gebaeude leben. Die Aussenfassade ist neueren Datums, aber im Innern sind immer noch die alten Malereien zu sehen, was das Kloster mit zu einer der schoensten Gompas in Sikkim macht.

 

  1. Tag Letzte Station: West Bengalen

Die Fahrt von Gangtok nach Kalimpong dauert ca. 3 Stunden. Die Strasse fuehrt durch die Gegend von Munsoong, einem weitlaeufigem Waldgebiet. Kalimpong ist bekannt durch seine vielen Lehrinstitute, viele davon wurden bereits waehrend der britischen Colonialherrschaft etabliert. Vom Deolo Hill aus hat man einen schoenen Blick auf die Umgebung und der angrenzende Park laedt zu einem Spaziergang ein. Etwas unterhalb liegt „Dr Graham’s Home“ ein Ausbildungszentraum u.a. fuer Landwirte und die es werden wollen. Auch das Kloster Thongsha ist einen Besuch wert und bietet einen schoenen Ausblick.  Kalimpong ist ausserdem bekannt fuer seine vielen Kaktus- und Orchideenfarmen. Uebernachtung in Kalimpong

 

  1. Tag   Abschied vom Land des Tees

Von Kalimpong kann man entweder weiter nach Phuentsholing reisen und noch einige Tage in Bhutan dranhaengen oder wieder zum Flughafen nach Bagdogra zurueck fahren.

 

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