Gruppenreise - Ins Reich der Yakhirten - Jhomolhari/Naro 6 Passes Trek

18.04. - 05.05.2017
18 Tage
max. 10 Teilnehmer

1. Tag - Das Land des friedlichen Drachen

Langsam gleitet die Maschine der Drukair über ein Mosaik aus Reisfeldern in das enge Paro-Tal. Man hat fast das Gefühl, dass die Flügel die Berge streifen. Doch Dank des Geschicks der einheimischen Piloten landen wir schließlich sicher auf dem kleinen Flughafen des Landes. Die Szenerie ist atemberaubend und wir fühlen uns als wären wir in einer anderen Welt. Nach Ankunft werden wir von unserem Reiseleiter herzlich begrüßt, der uns am Ausgang lächelnd in Empfang nimmt. Unser netter Fahrer verstaut emsig das Gepäck, dann geht´s erstmal zum nahegelegenen Hotel, wo wir uns kurz frisch machen. Je nach Ankunftszeit unternehmen wir noch erste Besichtigungen im Tal wie z.B. einen Besuch im mächtigen Paro Dzong mit seinem schönen Innenhof und im kleinen Kichu Lhakhang Tempel, wo sich bereits tolle Fotomotive finden.

Übernachtung in Paro

2. Tag - Über den höchsten Pass des Landes

Gleich am Morgen fahren wir die 35 km lange und vor allem kurvenreiche Straße hinauf zum Chele La – der mit 3988 m als höchster befahrbarer Pass Bhutans gilt. Nicht nur die Höhe raubt einem den Atem: Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zu den schneebedeckten Gipfeln des Jhomolhari Massivs, das zu den höchsten Bergen Bhutans zählt. Vom Pass geht es dann hinunter ins Haa-Tal, das 2700 m über dem Meeresspiegel liegt. Um die Fahrzeit abzukürzen und sich schon mal im Wandern zu üben, geht´s auf dem „Haa Valley View Trail“ in ca. eine Stunde zum Städtchen Haa hinab.

Das Haa-Tal war für Touristen bis 2002 unzugänglich und auch heute sind es nur wenige, die hierher kommen - was die Ursprünglichkeit des Ortes und dessen Bewohner bewahrt. In Haa werden hauptsächlich Buchweizen und Gerste angebaut, aus denen lokale Spezialitäten wie Honetoe (gefüllte Teigtaschen aus Buchweizen) zubereitet werden. Von der Lodge aus geht es dann erstmal gemütlich entlang des Flusses Haa Chhu zum Dorf Yangthang. In etwa 1,5 Stunden erreichen wir die kleine Häuseransammlung, in der die Uhren noch etwas langsamer ticken. Wir schlendern durch den Ort und beobachten das dörfliche Leben. Auf dem Rückweg können wir Ap Pasang in seinem Hinterstübchen des Landwirtschaftsbüros an der Straßenecke einen Besuch abstatten. Wer freundlich fragt, bekommt auch einen Tee serviert. 

Übernachtung in Haa

3. Tag - Das Reich von Ap Chundu

Auch heute geht es wieder hoch hinauf. Wir fahren zu einem Kloster, das nur selten von Touristen besucht wird. Vom Tal aus nicht zu sehen, befindet es sich hinter einem der drei heiligen Berge an einer Felswand klebend. Mit dem Auto fahren wir bis zu einem kleinen Plateau, wo sich ein paar Häuser befinden und wir unsere Wanderung starten. Nach ca. 20 Minuten durch einen märchenhaften Wald gelangen wir hinüber zu dem Felsenkloster. Von dort aus geht es dann nach einem kurzen Anstieg bis zu einem alten Chorten. Hier zweigt ein Pfad ab, der durch den Bergwald in ca. 1 Std. hinunter ins Tal führt. Entlang des Flusses erreichen wir dann wieder den Ort Haa. Wir schlendern etwas durch den Ort, der noch seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat und dann geht´s zurück in unsere Lodge, wo uns im Garten eine Tasse Tee erwartet. Wer Lust hat kann die Umgebung noch etwas auf eigene Faust erkunden.

Übernachtung in Haa

4. Tag - Zu Füßen des Buddha

Heute geht es entlang des Tales in Richtung Chusum, wo sich ein ehemaliger Gefängnis-Dzong (Dobji Dzong) befindet, zu dem wir noch kurz eine Wanderung unternehmen. Hier wurden früher Schwerverbrecher untergebracht und man bekommt noch einen Eindruck, wie das wohl gewesen sein muss. Nebenan befindet sich heute ein kleines Kloster.

An der belebten Kreuzung in Chusom nehmen wir die Straße nach Thimphu und durch wild zerklüftete Schluchten erreichen wir in ca. 1 Std. die Hauptstadt des Landes. Thimphu liegt in einem Talkessel der von hohen Bergen eingerahmt ist. Eine 51 m hohe Buddha Statue thront auf einem Hang über der Stadt, die wir noch besuchen werden. Unser Guide zeigt uns am Nachmittag noch einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten Thimphus, wie u.a. der Platz am Memorialchorten, wo sich ständig Pilger aufhalten, die ins Gebet versunken die Stupa umrunden.

Übernachtung in Thimphu 

5. Tag - Thimphu - Wangdue

Den Vormittag nützen wir noch um hinauf zur Buddha Statue zu fahren, denn dann ist es besonders schön dort oben. Danach besuchen wir noch eine Schule für traditionelle Handwerkskünste, genannt Zorig Chusum. Hier werden die zukünftigen Künstler des Landes ausgebildet, denen wir etwas über die Schulter schauen. Am Nachmittag geht es dann hinauf zum Dochu La, wo uns 108 Chorten und eine herrliche Aussicht erwarten. Wie eine Perlenkette reihen sich hier in der Ferne die höchsten Berge Bhutans aneinander und bilden die Grenze zu Tibet. In Serpentinen schlängelt sich die Straße dann durch lianenbehangenen Mischwald hinunter ins liefer gelegene Tal von Wangdue Phodrang, wo wir noch einen Spaziergang durch Reisfelder zum kleinen Chimi Lhakhang Tempel unternehmen, der auf einer Anhöhe steht.

Übernachtung in Wangdue Phodrang

6. Tag - Ausflug ins malerische Punakha-Tal

Von Wangdue Phodrang geht es ein Stück mit dem Auto bis nach einer Biegung der imposante Punakha Dzong ins Blickfeld kommt. Wie ein gestrandetes Schiff liegt das mächtige Gebäude auf einer Landzunge die von zwei klaren Gebirgsflüssen umspült wird. Über eine traditionelle Holzbrücke erreichen wir das Bauwerk, das zu den Meisterwerken bhutanischer Architektur gehört. Die reichhaltig verzierten Innenhöfe und die riesige Gebetshalle wurden von den besten Künstlern des Landes gestaltet. Nach dem Besuch im Dzong geht es ein Stück zu Fuß zur längsten Hängebrücke Bhutans, die den Mo Chhu (Vaterfluss) überspannt. Dort wartet bereits unser Fahrzeug um uns tiefer in das abgelegene  Seitental zu bringen.

Wieder überqueren wir den Fluss und starten beim kleinen Dorf Samdenkha zu unserer ca. 3 ½ stündigen Wanderung. Vorbei an dem malerischen Dorf geht es erstmal etwas bergauf bis wir das kleine Kloster Chiligang, was übersetzt Katzenberg bedeutet, erreichen. Von nun an geht es bergab. Durch herrlichen Pinienwald mit schönen Ausblicken auf die Umgebung, windet sich der Pfad hinunter ins Tal und schließlich gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt, dem Punakha Dzong, zurück. Wenn noch Zeit bleibt machen wir noch einen Abstecher zu einem kleinen Nonnenkloster.

Übernachtung in Wangdue Phodrang 

7. Tag - Rückfahrt nach Paro

Über den Dochu La fahren wir am Morgen wieder zurück nach Thimphu und bummeln noch etwas auf eigene Faust durch die Stadt um die kleinen Läden zu durchstöbern und das bunte Treiben zu beobachten. Am späten Nachmittag geht es dann weiter nach Paro, wo wir unsere Sachen für den Trek vorbereiten.

Übernachtung in Paro

8. Tag - Einer der heiligsten Orte in Bhutan und Trekkingstart am Drukgyel Dzong

Heute erwartet uns eines der Highlights der Reise: die wunderschöne Wanderung hinauf zum Taktshang Kloster. Es erhebt sich in einer Höhe von 2950 Metern auf einem Felsvorsprung über dem Tal. Von unten kann man kaum den Weg erkennen, der hinüber zum Klosterkomplex führt. Die Legende, das Guru Rinpoche hierher „geflogen“ ist, erscheint einem nicht so abwegig. Mehrere Gebäude kleben an dem schwarzen Felsen und ragen ca. 800 m über dem Tal auf. Viele tibetische Heilige kamen hierher, um an diesem hoch spirituellen Ort zu meditieren, allen voran Milarepa bereits im 11. Jahrhundert. Auch hier gilt „der Weg ist das Ziel“ und die ca. 2 stündige Wanderung hinauf zum Kloster zählt mit zu den schönsten in ganz Bhutan. Gestärkt an diesem heiligen Ort geht es zur Ruine des Drukyel Dzongs und von dort auf einer holprigen Straße weiter bis nach Sharna, den Ausgangspunkt unseres Treks, wo unsere Trekkingmannschaft bereits das Camp in einem schönen Wäldchen für uns vorbereitet hat.

9. Tag - Weiter nach Thangthankha

Durch einen  Wald von Kiefern, Ahorn, Eichen und Rhododendren geht es weiter flussaufwärts durch den Jigme Dorji National Park vorbei an Chorten und über kleine Brücken. Ca. 2 Std. sind es bis zum Steinhaus Shing Karapa (3100 m) auf einer Lichtung. Bald danach erreichen wir die Abzweigung zum Tremo La, dem alten Handelsweg zwischen Tibet und Bhutan.

Schließlich kommen wir zu einer Lichtung namens Thongo Samba (3250 m). Etwa die halbe Strecke ist bereits geschafft. Nach einiger Zeit geht es über eine Brücke und man kommt zu einem alten Chorten. Von hier aus zweigt eine Route ab ins Soi Yaksa Valley. Heute können wir den ersten Blick auf Jhomolhari (7314 m) werfen, die Herrin der Götterberge und heiligster Berg des Landes. Die schneebedeckte Kuppel taucht plötzlich auf wie aus dem Nichts. Das Lager errichten wir in Thangthangkha auf 3630 m.

Gehzeit ca. 7 - 8 Std./22 km/Aufstieg 685 m.

10. Tag - Jhomolhari Basecamp

Am Morgen zeigt sich uns Jhomolhari in all seiner Pracht. Vorbei an den ersten Yakherden, die friedlich auf den Wiesen am Fluss grasen, Manimauern und vereinzelten kleinen Bauernhäusern  geht es zum Fuße des Jhomolhari-Massivs, wo unsere Begleiter vor der Ruine eines verlassenen Forts das  Lager aufschlagen. Yakzucht gehört zur Lebensgrundlage der hier ansässigen Bewohner. Aus Yakmilch wird außerdem Käse und Butter hergestellt. Steinerne Chorten umgeben das Lager und ein kleiner Bach durchquert den Lagerplatz in Jangothang auf 4040 m.

Gehzeit ca. 5 – 6 Std; Aufstieg 550 m, Abstieg 100 m.

11. Tag - Zu Füßen der Göttin Jhomo

Am Morgen können wir den Sonnenaufgang direkt von unserem Zelt aus genießen. Entweder entspannen wir heute im Lager oder aber laufen zu einem hochgelegenen See bzw. zu einem der vorgelagerten Gipfel, wo wir Jhomolhari (7314m) und Jichu Drake  (6989m) sehen können.

12. Tag - Weiter nach Lingshi

Wir verlassen dieses herrliche Hochtal, überqueren den Paro Chhu und steigen auf zum ersten Pass NyileLa (Sleepy Pass) mit 4890 m, wo Gebetsfahnen herumflattern. Die Baumgrenze wird überschritten. Wir betreten ein in Ost-West-Richtung verlaufendes Gletschertal. Nachdem uns der Weg für einige Zeit am Bergrücken entlang führt, können wir nach einem kurzen Anstieg einen ersten Blick auf Tserim Kang (6789m) und das vor uns liegende Lingshi werfen. Den Ort sehen wir nur aus der Ferne, denn wir folgen dem Grat nach links zu einem keinen Armeeposten und weiter ins Mo Chhu-Tal, wo sich unser Lager befindet. Kleine Yak-Karawanen kommen schonmal am Lager vorbei, da die Bewohner von Lingshi von hier aus ihre Waren aus Thimphu hoch bringen.

Gehzeit ca. 7 Std. Aufstieg 820 m, Abstieg 910 m.

13. Tag - Überquerung des Yele La

Heute starten wir sehr früh, denn es liegt ein langer Trekkingtag vor uns. Nachdem wir einige Zeit in dem Hochtal entlang gewandert sich, geht es vorbei an einigen kleinen Bergseen und weidenden Yaks hinauf zum Yele La (4950 m).  Der Weg windet sich zwischen teilweise großen Felsen bis zur Passhöhe hinauf. Dort erwartet uns dann allerdings ein herrlicher Ausblick auf die umliegenden Berge. Der Abstieg ist aufgrund des herumliegenden Gerölls mit etwas Vorsicht zu genießen. Wir folgen dem Weg hinunter nach Shodu entlang des Thimphu Chhu, zweigen dann aber ab, um ins Camp in Walethang (4160 m) zu gelangen.

Gehzeit 8 Stunden. Aufstieg 940 m, Abstieg 870 m.

14. Tag - Von Walethang nach Gang-tsa

Und wieder heißt es einen Pass zu überqueren. Der heutige Tag startet mit einem ca. 3-stündigen stetigen Aufstieg auf einem alten Yakhirten-Pfad zum Ledi La (4700 m). Unberührte Wildnis umgibt uns. An den Ufern eines kleinen Sees folgen wir einem guten Trail der dann zwischen hoch aufragenden Felsen zu unserem nächsten Camp (Gang-tsa auf 3800 m) bei einem Unterstand von Yakhirten führt.

Gehzeit ca. 7 – 8 Std. Aufstieg 550 m, Abstieg 900 m

15. Tag - Auf zum heiligen See

Wir folgen dem Tal flussabwärts und passieren den Tango Chari Chhu, dank einer neuen Brücke ist das nun ohne Probleme möglich. Entlang eines Bergrückens geht es dann in ein weiteres Tal. Ein gemütlicher Aufstieg führt uns durch Pinienwald und über Geröll zum heiligen See von Jigmelangtsho (3880 m) wo wir campen.

Gehzeit ca. 6 – 7 Std.

16. Tag - Auf dem Drachenpfad

Noch einmal heißt es ein paar Pässe zu überqueren und zwar auf der traditionellen Route des Druk Path Trek, der wir von nun an folgen. Erst geht es über den Yusa La (4380 m) wieder etwas bergab um dann den Dung Tsho La (4300 m) zu überschreiten. Immer wieder ergeben sich tolle Ausblicke auf die umgebende Landschaft und vereinzelt kreuzen Yaks unseren Weg. Unser Camp errichten wir auf einer Hochebene, genannt Labana auf 4100 m Höhe.

Gehzeit ca. 6 Stunden.

17. Tag - Das Ziel ist erreicht

Die letzte Etappe des Treks führt uns über den sechsten Pass (Labana 4200 m) von wo aus sich  ein herrlicher Blick auf die schneebedeckten Gipfel an der Grenze zu Tibet ergibt. Sogar der höchste Berg von Bhutan, der Gangkhar Phuensum (7570 m) ist in der Ferne sichtbar. Wir erreichen schließlich den Klosterkomplex von Phajoding. Unter uns liegt bereits Thimphu. Auf einem schönen Pfad durch gemischten Bergwald gelangen wir zum kleinen Kloster Choekhortse. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Radiotower, wo unser Fahrzeug wartet.

Geschafft! Während wir zurück nach Paro fahren, lassen wir nochmals die herrliche Landschaft an uns vorbeiziehen und dann geht´s im Hotel unter die wohlverdiente Dusche. Wer Lust hat kann nochmal durch Paro bummeln um ein letztes Souvenir zu erstehen oder den Tag gemütlich ausklingen lassen und die Sachen für die Heimreise packen.

Übernachtung in Paro

18. Tag - Abschied von Bhutan

Nach so viel gemeinsamen Abenteuern fällt der Abschied schwer. Am Morgen erfolgt ein Transfer zum Flughafen und der Rückflug zum Zielort der Wahl.

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