Trekking-Informationen für Bhutan
"Wenn wir sicher zu Hause sitzen, wünschen wir uns, wir hätten ein Abenteuer zu bestehen"
Thornton Wilder
Trekking ist die beste Möglichkeit, die Seele Bhutans zu erleben. Es ermöglicht einen Einblick in die ländliche Kultur des Landes, durch den Kontakt mit Bewohnern in entlegenen Dörfern, einsamen Camps von Yakhirten und weltentrückten kleinen Klöstern.
Die beste Zeit für eine Trekkingtour in Bhutan ist entweder von Mitte März bis Anfang Mai, wenn die Rhododendren blühen, oder im Herbst von Mitte Sept. bis Ende Okt., wo Enzian und Edelweiß die Hänge überziehen. Aber auch in den Monaten Juli/August lohnt sich eine Tour, da dann auf den Hängen unzählige Blumen in allen Farben sprießen, vom blauen Mohn bis hin zum Berglotus. Zwischendurch muß man im Sommer mit Regenschauern rechnen, aber meist erst in den Abendstunden.
Im Herbst sind die Nächte bereits kühler (von +5 Grad bis teilweise - 5 Grad in sehr hohen Lagen), während am Tag immer noch angenehme Temperaturen um die 18 Grad herrschen, die das Trekken sehr angenehm gestalten.
Im Mai/Juni sind die Nächte schon etwas wärmer, dafür ist der Himmel nicht so klar und die Berggipfel sind oftmals in Wolken gehüllt.
Alle Trekkingtouren werden mit Zelten, einer Campingausrüstung und der notwendigen Begleitmannschaft, die aus dem Guide, dem Koch und je nach Teilnehmerzahl aus mehreren Helfern und Pferdeführern besteht, durchgeführt. Das Gepäck und die Ausrüstung werden auf Packpferde - in höheren Regionen manchmal auf Yaks - verladen, die unter Umständen mehrmals gewechselt werden müssen, da jeder Distrikt über seine "eigenen Transporteure" verfügt und hier bestimmte Regeln einzuhalten sind.
"Ein Abenteuer in der Wildnis"
Der größte Teil der Fläche Bhutans ist mit Wald (bzw. Dschungel) überzogen und das wird am deutlichsten bei einer Trekkingtour. Die meisten Treks sind ein Auf und Ab entlang von Bergketten und über Pässe und durchqueren dabei verschiedene Vegitationszonen. Fast immer handelt es sich um Nationalparks und es bestehen daher gute Aussichten, wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können.
Während des Treks befinden wir uns weitgehendst im "Outback", nur hin und wieder kommen wir an kleinen Ansiedlungen oder Camps vorbei, daher muß die Ausrüstung und Verpflegung sorgfältig geplant werden.
Die Wege, wobei es sich teilweise um alte Handelswege handelt, befinden sich überwiegend in gutem Zustand, nur wenn es regnet können sie rutschig und manchmal auch sehr schlammig werden. Dann heißt es schon mal, von Stein zu Stein springen. Eine Kletterausrüstung ist in keinem Fall notwendig. Eine Besteigung der schneebedeckten Gipfel (wie z.B. in Nepal) ist in Bhutan nicht erlaubt, da diese die Heimat der lokalen Götter und somit nur ihnen vorbehalten sind.
Körperliche Fitness
Ein kurzer Trek in Bhutan dauert 3 oder 4 Tage, eine durchschnittliche Tour ca. 10 Tage, aber auch längere Touren sind möglich, wie z.B. der Snowman-Trek über insgesamt 26 Tage. Eine Trekkingtour in den Bergen Bhutans ist allgemein körperlich anspruchsvoll, erstens wegen seiner Länge und vor allem auch wegen der Höhenunterschiede. Auf einigen Touren beträgt die tägliche Höhendifferenz 500 m auf einer Länge von ca. 18 km. An einigen Tagen kann es sogar bis zu 1000 m ansteigen.
Wer unter Knie- oder Herz/Kreislaufproblemen leidet, dem ist grundsätzlich von einem Trek abzuraten. Lassen sie sich auf jeden Fall vorher von ihrem Arzt durchchecken!
Die Tagesetappen sind so gestaltet, daß in der Regel ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um das nächste Camp für die Übernachtung zu erreichen. Auch einige Entspannungstage sind bei allen Touren mit eingeplant, zur Regenerierung oder für fakultative Ausflüge. Die täglichen Gehzeiten betragen bei den meisten Touren zwischen 5 und 8 Stunden. Selber trägt man dabei nur den eigenen Tagesrucksack, das übrige Gepäck ist während des Tages nicht greifbar und wird bereits ins nächste Camp gebracht.
Bitte bedenken Sie auch, dass die Pferde auch nur eine begrenzte Etappe gehen können. Auch wenn Sie glauben, noch weiter gehen zu können, der Pferdeführer entscheidet, wie weit die Pferde gehen können.
Da man sich bei den Trekkingtouren überwiegend in großen Höhen bewegt, leiden manche Trekker unter den Symptomen der "Höhenkrankheit", die sehr erst zu nehmen ist und auch zum Tode führen kann.
Höhenkrankheit AMS
Die so genannte akute Berg- oder Höhenkrankheit tritt auf, wenn sich der Körper nicht schnell genug an die verringerte Sauerstoffmenge in zunehmender Höhe anpassen kann und dadurch eine Unterversorgung des Gehirns und anderer Körperteile entsteht.
Die manchmal sogar lebensbedrohlichen Symptome der Höhenkrankheit lassen sich jedoch weitgehendst vermeiden, wenn man folgende Ratschläge beherzigt:
- Den Körper langsam an die Höhe anpassen d.h. gemütliches Gehen mit entsprechenden Ruhepausen, was bei den Tagesetappen durchaus im Zeitplan einkalkuliert ist. (Gefährden sie nicht Ihre Gesundheit, nur um Ihre Kondition beweisen zu wollen, dieser Fehler wird oft gemacht).
- sich nicht gänzlich überanstrengen
- ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten
- Vermeidung von zuviel Alkoholgenuss und Schlafmitteln
- Sanierung von Infektionsherden
Die ersten Frühzeichen von AMS sind:
- Kopfschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit und Schwindelanfälle
- Schlafstörungen
- Herzschlag beschleunigt um über 20 %
- Leistungsabfall
- Wasseransammlungen unter der Haut (Ödeme)
und sollten bereits ernst genommen werden. Falls sich dieser Zustand auch nach einer eingehenden Ruhephase nicht bessert, sondern weiter verschlimmert, ist ein sofortiger Abstieg unumgänglich. Bei besonders schweren Fällen muß evtl. ein Helikopter aus Indien angefordert werden, was aber mit hohen Kosten verbunden ist, die der Teilnehmer selber zu tragen hat.
Bitte wenden Sie sich umgehend an Ihren Guide, wenn tatsächlich erste Anzeichen auftreten sollten! Es ist im Gebirge besonders gefährlich, Früh- und Warnzeichen des Körpers durch Medikamente oder
"eisernen Willen" zu überspielen.
Eine gesunde Rückkehr von der Trekkingtour hat für alle Teilnehmer oberste Priorität!
In Bhutan ist es sehr schwer, gute Trekkingausrüstung zu kaufen, deshalb ist es notwendig, die benötigten Dinge bzw. die entsprechende Kleidung mitzubringen.
Checkliste der benötigten Ausrüstung
- Trekkingschuhe mit Goretex (da sehr oft kleine Bäche bzw. Wasserläufe zu überqueren sind)
- ein zweites Paar bequeme Schuhe fürs Camp
- mehrere Paar Wandersocken
- Wanderstöcke (z.B. von Leki) sind sehr zu empfehlen, besonders bei Touren in höhere Regionen erleichtern sie den Aufstieg enorm und beim Abstieg schonen sie die Kniegelenke
- warme Jacke (evtl. mit Windstopper) und bei Touren über 4000 m eine Daunenjacke
- Regenschutz
- Bequeme Outdoor-Bekleidung für tagsüber
- Für abends warme Pullover und Westen (am besten Vliesteile)
- Handschuhe und warme Mütze
- Sonnenschutz, bestehend aus Sonnenbrille, Sonnencreme und Kopfbedeckung
- Tagesrucksack für unterwegs
- Kleines Kissen für den Schlafsack
- Warmer Schlafsack bei Touren über 3.500 m (Komfortbereich minus 5 Grad) Bei Touren überwiegend in 4.500 m Höhe (z.B. Snowman Trek) Komfortbereich minus 10 Grad.
- (Tipp von Beate: wer leicht friert, für den hat sich eine kleine Wärmflasche bestens bewährt)
- Wasserflasche für unterwegs
- Taschen- oder noch besser Stirnlampe fürs Zelt (evtl. mit Ersatzbatterie)
- Einige Energieriegel, Schokolade oder sonstiges für zwischendurch
- Etwas zum Lesen, wer noch nicht so früh schlafen möchte bzw. für die Entspannungstage
- auch kleine Spiele oder Spielkarten sorgen für Unterhaltung in der Gruppe
- evlt. eine kleine Schuhbürste zum Säubern der Schuhe, da es manchmal schlammig ist
- Kamera
- Ausrüstung mit genügend Ersatz Akkus
- Ein kleines Sortiment an Medikamenten z.B. für Erkältung, Kopfschmerzen, Magen/Darm
- Problemen und evtl. einigen Pflastern für Blasen an den Füßen.
Für den Gepäcktransport eignet sich am besten eine mittelgroße stabile Trekkingtasche bzw. Rucksack oder auch ein Seesack, wenn möglich mit Regenschutz. Das Gewicht des gesamten Gepäcks sollte nicht mehr als 16 kg betragen. Außerdem ist es nützlich, noch eine kleinere Tasche mitzubringen, wo Dinge, die während des Treks nicht gebraucht werden, solange deponiert werden können (entweder im Hotel oder bei der örtlichen Reiseagentur) wie z.B. saubere Kleidung für die restlichen Tage im Hotel.
Es gibt viele Arten von Meditation. Einige von uns gehen in die Berge, einige laufen an einem Fluß entlang, einige stehen auf einem Hügel. Es gibt viele Orte, um ein wenig bei dir selbst zu sein, um der lärmenden Welt zu entkommen. Gib dir selbst eine Chance!
Horace Axtell, Ältester der Nez Percè-Indianer